Geschichte

Im Jahre 1953 legte Ingenieur Franz W. Prettl den Grundstein für den heutigen PRETTL-Firmenverbund. Gemäß seinem Leitsatz, sich nie von einem Markt abhängig zu machen, entwickelte sich aus dem einstigen Kleinunternehmen ein aktiver und stark diversifizierter Firmenverbund, zu dem heute weltweit mehr als 35 selbständige Firmen mit über 6.000 Mitarbeitern gehören.

Produktbeispiele und Werbemittel aus den letzten Jahrzehnten

Bosch
Bosch Combi
Prospekt Gemüseschäler
Trinkwasserfilter
Horst Tappert

Der Ursprung der Gruppe lag in der Metallbearbeitung: 1953 steigt Franz W. Prettl ins Zuliefergeschäft ein und versorgt unter anderem BOSCH mit Komponenten. Auch heute noch macht das Geschäft mit Automotive-Komponenten rund die Hälfte des Umsatzes aus.

Mit dem Bezug der Räumlichkeiten in der Bollstraße in Pfullingen ist schließlich ausreichend Produktionsfläche zur Herstellung ganzer Systeme vorhanden. Mit die ersten im Hause PRETTL gefertigten Produkte sind dabei der BOSCH Bohrhammer und die BOSCH Combi-Serie. 1972 erweitert sich das Produktportfolio um elektromechanische Erzeugnisse, als die Produktion von Spulen und Elektromagneten aufgenommen wird und bis heute eine Kernkompetenz im Bereich Automotive darstellt.

Bereits in den 70er Jahren zählen viele namhafte Systemintegratoren und Fahrzeughersteller zu den Kunden von PRETTL. Ein weiterer wichtiger Treiber der starken Expansion in den 1970er und 1980er Jahren war der Bereich Kabel- und Verdrahtungstechnik. Dieser liefert bis heute anspruchsvolle Lösungen für Kabelbäume und Sensorleitungen.

Schon früh diversifiziert sich das noch junge Unternehmen auch in andere Bereiche. Den Beginn markiert die Fertigung von Hausgeräten zur Gemüseverarbeitung, die unter der Marke METEOR vertrieben werden. Mit der Integration der Fa. ENDRESS im Jahre 1978 wird diese Diversifikationsstrategie konsequent weiter geführt und der Grundstein für die heutige Division Energy gelegt. Mit der Aufnahme des Torantriebeherstellers BERNAL im Jahr 1982 werden die Anfänge der heutigen Division Consumer begründet.

Auch den Schritt ins Ausland wagt der Unternehmensverbund früh. Bereits im Jahr 1964 wird der erste Auslandsstandort gegründet. Nach der Diversifikation vornehmlich im deutschsprachigen Raum folgt 1988 der große Schritt in die USA. Mit der Gründung der PRETTL Electric Corp. in Greenville (SC) wird das ehemals kleine Unternehmen endgültig international. In den 1990er Jahren folgt ein großer Wachstumsschub mit der Expansion in den Osten. Nach dem Fall des eisernen Vorhangs kann die PRETTL Gruppe nicht nur neue Märkte erschließen, sondern auch lohnoptimiert produzieren. Mit einem ersten Schritt nach Ungarn bereits im Jahr 1989 folgen Schlag auf Schlag Gründungen und Beteiligungen in Polen und der Ukraine. Mitte der 1990er Jahre wagt PRETTL auch den Sprung nach Asien und Südamerika: Es werden Standorte in Korea, Mexiko und der Türkei gegründet. 

Den Einstieg in das Systemgeschäft im Bereich Weiße Ware ist ebenfalls ein Türöffner zur Internationalisierung. Es folgen große kundennahe Produktionswerke in Polen, der Türkei und den USA. Auch in den folgenden Jahren wird der Ausbau der Produktionskapazität im Ausland vorangetrieben. Schwerpunkt sind neben Ungarn auch die Ukraine, Tschechien und natürlich der asiatische Raum: In Japan, Korea, China und Vietnam ist die Gruppe heute vertreten.

Im Jahr 2000 integriert PRETTL eine weitere Säule ins Portfolio: Mit der Übernahme des Elektronikstandortes Radeberg der BOSCH Telecom gewinnt die Gruppe eine vollkommen neue Produktgruppe. Die hocheffiziente Fertigung komplexer elektronischer Baugruppen ist seither fester Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Im Jahr 2004 wird auch die beständig wachsende Division Automotive um eine neue Produktgruppe reicher: Die Kunststoffverarbeitung, bisher lediglich Zubrot im Kabel- und Spulengeschäft wird zur Kernkompetenz. Mit der Integration der Fertigung von Sicht- und Bedienteilen sowie Kunststoffteilen für Lichttechnik und Innenraumblenden bekommen Kunststoffspritzguss und Oberflächenkompetenz einen vollkommen neuen Stellenwert innerhalb der Gruppe.

Ebenfalls im Jahr 2004 übernimmt PRETTL auch die REFU Elektronik im schwäbischen Metzingen von der BOSCH Rexroth Indramat. Diese Akquise bildet die Basis für die heutigen Produkte im Bereich Frequenzumrichter und Elekromobilität der Refu Elektronik sowie für die weltweit erfolgreichen Solarumrichter des Tochterunternehmen REFUsol. Mit der Lesswire AG entsteht in der Division ein Kompetenzzentrum für Elektronikentwicklung mit besonderem Fokus auf Hochfrequenztechnik und Funktechnologien.

In jüngster Vergangenheit hat die Gruppe insbesondere ihren Bereich Energy mit der Integration der bekannten Marke KIRSCH gestärkt. Weiterhin schreitet die Internationalisierung voran: Starker Ausbau der Kapazitäten in Mexico und Asien sowie eine kontinuierliche Wachstumsstrategie in Osteuropa machen die PRETTL Gruppe so wettbewerbsfähig wie nie zuvor.